Die Zahl der Selbstständigen einschließlich mithelfenden Familienangehörigen weist über die gesamte Zeitreihe seit 2014 einen Abwärtstrend auf. Auch die marginale Beschäftigung entwickelte sich in den zurückliegenden drei Quartalen wieder negativ. Im vierten Quartal 2024 nahm zudem die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung erstmals seit 2020 ab.
Beschäftigungszunahme im Dienstleistungssektor
Positive Impulse kamen aus den Dienstleistungsbereichen . Hier nahm die Zahl der Erwerbstätigen im vierten Quartal 2024 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3.500 Personen bzw. 0,2 Prozent zu (Deutschland: plus 0,4 Prozent). Allerdings war dieser Anstieg ausschließlich auf den größten Teilbereich „Öffentliche und sonstige Dienstleister, Erziehung, Gesundheit“ zurückzuführen. Die Zahl der Erwerbstätigen erhöhte sich hier um 9.300 Personen (plus 1,3 Prozent; Deutschland: ebenfalls plus 1,3 Prozent). Im Teilbereich „Handel, Verkehr, Gastgewerbe, Information und Kommunikation“ waren 1.500 Personen weniger tätig als im vierten Quartal 2023 (minus 0,3 Prozent; Deutschland: unverändert). Im kleinsten Teilbereich „Finanz-, Versicherungs- und Unternehmensdienstleister, Grundstücks- und Wohnungswesen“ sank die Zahl der Erwerbstätigen sogar um 4.300 (minus 1,5 Prozent; Deutschland: minus 1 Prozent).
Erwerbstätigkeit im Produzierenden Gewerbe stark rückläufig
Im Produzierenden Gewerbe nahm die Erwerbstätigkeit ebenfalls ab. Von Oktober bis Dezember 2024 arbeiteten in diesem Bereich 10.900 Personen weniger als ein Jahr zuvor (minus 2,1 Prozent; Deutschland: minus 1,2 Prozent). Das ist vor allem auf den größten Teilbereich, das Verarbeitende Gewerbe, zurückzuführen. Hier sank die Zahl der Erwerbstätigen um 7.400 Personen bzw. zwei Prozent (Deutschland: minus 1,6 Prozent). Aber auch das Baugewerbe verzeichnete einen Beschäftigungsrückgang. Das Minus betrug in diesem Bereich 3.900 Personen bzw. drei Prozent (Deutschland: minus 1,3 Prozent).
Beschäftigung in der Landwirtschaft steigt leicht
In der Landwirtschaft nahm die Beschäftigung im vierten Quartal leicht zu. Die Zahl der Erwerbstätigen erhöhte sich um 100 Personen bzw. 0,4 Prozent (Deutschland: minus 0,9 Prozent).
Methodische Hinweise
Die Zahl der Erwerbstätigen wird als durchschnittliche Größe des jeweiligen Berichtszeitraums am Arbeitsort (Inlandskonzept) ausgewiesen, das heißt die Angaben beziehen sich auf Erwerbstätige, die – unabhängig von ihrem Wohnort – ihren Arbeitsplatz im jeweiligen Gebiet hatten. Zu den Erwerbstätigen zählen alle Personen, die als Arbeitnehmer (Arbeiter, Angestellte, Beamte sowie Heimarbeiter und marginal Beschäftigte) oder als Selbstständige einschließlich mithelfender Familienangehörigen eine auf wirtschaftlichen Erwerb gerichtete Tätigkeit ausüben, unabhängig von der Dauer der tatsächlich geleisteten oder vertragsmäßig zu leistenden Arbeitszeit. Im Falle mehrerer Tätigkeiten wird der Erwerbstätige nur einmal gezählt (Personenkonzept).
Die Ergebnisse sind abgestimmt auf den Berechnungsstand des Statistischen Bundesamtes von Februar 2025.
Am 29. Oktober 2024 hat der AK ETR erstmals revidierte, das heißt methodisch überarbeitete, Ergebnisse für die Jahre 2014 bis 2023 vorgelegt. Neben der Veröffentlichung der Ergebnisse für das vierte Quartal 2024 stellt der AK ETR heute revidierte Ergebnisse für die Erwerbstätigen 2024 (erste Fortschreibung) sowie für die Quartale ab 2014 bereit. Mit dieser Revision wurden die statistischen Datenquellen weiter vereinheitlicht. Weitere Informationen zur Revision finden Sie unter www.statistikportal.de/de/etr/generalrevision-2024, zur Erwerbstätigenrechnung allgemein unter www.aketr.de.
Autorin: Dr. Annette Tennstedt (Referat VGR, ETR, Arbeitsmarkt)