Veränderungen gegenüber März 2020
Ein Grund für den Anstieg der Teuerungsrate ist die Energiepreisentwicklung. Die Energiepreise waren im März 2020 um 6,0 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Insbesondere Mineralölprodukte wurden deutlich teurer (plus 15,7 Prozent): Für Kraftstoffe mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher Preissteigerungen von 14,4 Prozent hinnehmen. Die Preise für Heizöl (einschließlich Umlage) legten ebenfalls zu (plus 4,2 Prozent). Gas (einschließlich Umlage) und Strom verteuerten sich binnen Jahresfrist um 3,3 bzw. 0,8 Prozent. Preissenkungen gab es dagegen bei Fernwärme (minus 2,5 Prozent).
Die Preise für Nahrungsmittel stiegen im Vergleich zum März 2020 um durchschnittlich 2,1 Prozent an. Dazu trugen insbesondere Speisefette und Speiseöle bei, deren Preise um 3,6 Prozent anzogen. So kostete Butter 6,3 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Aber auch Molkereiprodukte und Eier waren im Vergleich zum Vorjahr teurer (plus 3,5 Prozent; darunter Quark plus 9,0 Prozent). Die Preise von Gemüse sanken unter das Niveau des Vorjahres (minus 0,7 Prozent). Beispielsweise verbilligten sich Tomaten um 12,8 Prozent.
Die Teuerungsrate ohne Nahrungsmittel und Energie, die auch als Kerninflationsrate bezeichnet wird, lag im März wie im Februar 2021 bei plus 1,2 Prozent. Im Januar belief sie sich auf plus 1,1 Prozent.
Acht der zwölf Abteilungen verzeichneten Preissteigerungen. Die stärksten Zuwächse waren im Bereich „Verkehr“ zu beobachten (plus 5,2 Prozent). Mit einem Plus von 3,1 Prozent folgt die Abteilung „Andere Waren und Dienstleistungen“, zu der u. a. Dienstleistungen sozialer Einrichtungen wie die ambulante und stationäre Pflege gehören. Den stärksten Rückgang gab es in der Abteilung „Bekleidung und Schuhe“ (minus 2,0 Prozent).
Veränderungen gegenüber Februar 2021
Gegenüber dem Vormonat Februar stieg der Verbraucherpreisindex um 0,5 Prozent. Vor allem für Bekleidung und Schuhe sowie im Bereich „Verkehr“ mussten die Konsumenten tiefer in die Tasche greifen (jeweils plus 1,5 Prozent). Preisrückgänge gab es in der Abteilung „Möbel, Leuchten, Geräte u.a. Haushaltszubehör“ (minus 0,5 Prozent). Die Preise im Bildungswesen (plus 0,1 Prozent), für Gesundheit (plus 0,1 Prozent) und im Bereich „Post und Telekommunikation“ (minus 0,1 Prozent) veränderten sich im Vergleich zum Vormonat kaum.
Hinweise zur Qualität des Verbraucherpreisindex im März 2021
Auch im März 2021 kam es bei der Erhebung der Verbraucherpreise vermehrt zu Einschränkungen aufgrund der Corona-Krise und den damit zusammenhängenden Maßnahmen. In Einzelbereichen müssen daher Einschränkungen in der Aussagefähigkeit in Kauf genommen werden. Statistisch unsichere Zahlenwerte werden in den Tabellen und Grafiken entsprechend gekennzeichnet.
Die Veränderung des Verbraucherpreisindexes (VPI) misst die durchschnittliche Preisveränderung der Waren und Dienstleistungen, die von privaten Haushalten für Konsumzwecke gekauft werden. Rund um die Monatsmitte erheben in 11 rheinland-pfälzischen Berichtsgemeinden 18 Preisermittlerinnen bzw. Preisermittler im Auftrag des Statistischen Landesamtes in mehr als 2.000 Berichtsstellen (z. B. Kaufhäuser) rund 20.000 Einzelpreise. Dabei werden die Preise von 650 genau beschriebenen Waren und Dienstleistungen erfasst. Die Preisveränderungen werden gemäß der Verbrauchsbedeutung, die den Waren und Dienstleistungen bei den Ausgaben der privaten Haushalte (sogenannte Wägungsschema) zukommt, im Preisindex berücksichtigt. Die Veränderung des VPI gegenüber dem Vorjahresmonat beziehungsweise dem Vorjahr wird umgangssprachlich auch als Inflationsrate bezeichnet.
Neben dem VPI dienen Kerninflationsraten als ergänzende Kennzahlen zur Beurteilung der Geldwertentwicklung. Sie geben an, wie sich die Verbraucherpreise entwickeln, wenn bestimmte Güter des Warenkorbs nicht mit eingerechnet werden. Das sind zumeist Güter mit erfahrungsgemäß stark schwankenden Preisen. In dieser Pressemitteilung wird die Veränderung des Gesamtindexes ohne Energie und Nahrungsmittel als Kerninflationsrate bezeichnet.
Die Pressemitteilung zum Berichtsmonat März 2021 enthält vorläufige Ergebnisse. Sofern bis zum 7. April 2021 keine Korrektur erscheint, sind die veröffentlichten Ergebnisse als endgültig anzusehen.
Autorin: Dr. Melanie Nofz (Referat Unternehmensregister, Verdienste, Preise)
Preisindizes - für Gütergruppen - für die Lebenshaltung insgesamt | Wägungsanteil am Gesamtindex* in % | Indexstand | Veränderung gegenüber | |
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März 2021 | März 2020 | Februar 2021 | ||
Basis 2015=100 | % | |||
Waren- und Dienstleistungsgruppen | ||||
Wohnung, Wasser, Strom, Gas u. a. Brennstoffe | 32,5 | 106,4 | 1,3 | 0,2 |
Verkehr1 | 12,9 | 110,9 | 5,2 | 1,5 |
Freizeit, Unterhaltung und Kultur | 11,3 | 101,3 | 1,7 | 0,4 |
Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke | 9,7 | 111,6 | 2,1 | 0,2 |
Andere Waren und Dienstleistungen | 7,4 | 110,0 | 3,1 | 0,5 |
Möbel, Leuchten, Geräte u. a. Haushaltszubehör | 5,0 | 104,0 | 1,0 | -0,5 |
Gaststätten- und Beherbergungsdienstleistungen | 4,7 | (110,8) | (0,0) | (0,8) |
Gesundheit | 4,6 | 105,9 | -0,1 | 0,1 |
Bekleidung und Schuhe | 4,5 | 102,0 | -2,0 | 1,5 |
Alkoholische Getränke und Tabakwaren | 3,8 | 114,8 | 2,9 | 0,6 |
Post und Telekommunikation | 2,7 | 94,2 | -1,6 | -0,1 |
Bildungswesen | 0,9 | 108,0 | 1,6 | 0,1 |
Gesamtlebenshaltung | ||||
Verbraucherpreisindex | 100,0 | 107,1 | 1,8 | 0,5 |
Kerninflationsrate | ||||
Gesamtindex ohne Nahrungsmittel und Energie | 81,1 | 106,6 | 1,2 | 0,3 |
* Die Preisveränderungen werden gemäß der Verbrauchsbedeutung, die den Waren und Dienstleistungen bei den Ausgaben der privaten Haushalte (sog. Wägungsschema) zukommt, im Verbraucherpreisindex berücksichtigt. Der Wägungsanteil gibt beispiels- weise an, welchen Anteil die Ausgaben für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke an den gesamten Verbrauchsausgaben der privaten Haushalte haben. | ||||
1 Die Abteilung Verkehr enthält Kraftstoffe und andere Waren sowie Dienstleistungen für Fahrzeuge, den Kauf von Fahrzeugen sowie die Beförderung von Personen und Gütern im Schienen-, Straßen-, Luft- und Schiffsverkehr. | ||||
() Aussagewert eingeschränkt, da Zahl statistisch unsicher |
Güterart | Veränderung in Prozent gegenüber | ||
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Februar 2021 | März 2020 | Jahr 2015 | |
Energie insgesamt | 1,9 | 6,0 | 6,0 |
Haushaltsenergie insgesamt | 0,3 | 1,9 | 4,1 |
Heizöl, einschließlich Umlage | 2,8 | 4,2 | -4,0 |
Strom | 0,0 | 0,8 | 11,3 |
Gas, einschließlich Umlage | 0,0 | 3,3 | 1,9 |
Feste Brennstoffe | -0,9 | -2,5 | 4,3 |
Fernwärme u. A. | 0,0 | -2,5 | -2,8 |
Kraftstoffe insgesamt | 5,1 | 14,4 | 9,6 |
Benzin | 5,8 | 14,9 | 8,5 |
Dieselkraftstoff | 3,5 | 13,8 | 13,2 |
Güterart | Veränderung in Prozent gegenüber | ||
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Februar 2021 | März 2020 | Jahr 2015 | |
Kartoffeln | 0,0 | -10,9 | -15,4 |
Butter | 4,7 | 6,3 | 52,0 |
Margarine | 1,3 | -2,0 | 10,3 |
Roggenbrot oder Mischbrot | 0,1 | 3,2 | 18,9 |
Weizenmehl | -2,1 | -0,6 | 12,0 |
Reis | 0,2 | 1,8 | 10,8 |
Pils, Lager, Schwarzbier o. a. untergäriges Bier | 1,0 | -0,3 | 5,0 |
Frisches Brötchen | 0,4 | 1,7 | 12,0 |
Salami, Zervelatwurst oder andere Dauerwurst | 1,7 | 2,5 | 16,4 |
Rinderroulade oder Rinderlende | -3,9 | -2,0 | 4,6 |