Die Zahl der Baugenehmigungen sank im Jahr 2024 damit auf den mit Abstand tiefsten Stand der letzten 10 Jahre und ist innerhalb von zwei Jahren auf weniger als die Hälfte des Durchschnittswertes der Jahre 2014 bis 2022 gefallen. Die Baugenehmigungen bilden nur eine Bauabsicht ab. Die Zahlen der Baufertigstellungsstatistik, die Aufschluss darüber geben, wie viele Wohnungen tatsächlich gebaut wurden, werden voraussichtlich im Juni veröffentlicht.
Die meisten Genehmigungen wurden 2024 – wie für Rheinland-Pfalz üblich – für Einfamilienhäuser erteilt. Deren Zahl ging im Vergleich zum Vorjahr um 18,3 Prozent auf 2.132 zurück; bei den Zweifamilienhäusern sank sie um 7,3 Prozent auf 394. Die Zahl der Genehmigungen von Mehrfamilienhäusern verringerte sich um 15,9 Prozent auf 506, wobei die Zahl der darin enthaltenen Wohnungen um 22,9 Prozent auf 5.056 sank. Damit setzt sich der Trend der vergangenen Jahre nicht weiter fort, dass im Neubau der Anteil der Wohnungen in Mehrfamilienhäusern im Vergleich zu Ein- oder Zweifamilienhäusern zunimmt.
Für die geplanten Baumaßnahmen wurden Kosten von insgesamt rund zwei Milliarden Euro veranschlagt. Der Wert liegt zwar rund 20 Prozent unter dem des Vorjahres (2,5 Milliarden Euro). Betrachtet man allerdings die Kosten pro Baumaßnahme, so sind diese im Vergleich zum Vorjahr pro Gebäude lediglich um 3,9 Prozent gesunken und pro Wohnung um 0,7 Prozent gestiegen. Der Unterschied zwischen den Werten pro Gebäude und pro Wohnung dürfte darin begründet sein, dass die Anzahl an neu errichteten Wohnungen je Bauantrag von 2,8 im Jahr 2023 auf 2,6 im Jahr 2024 gesunken ist. Damit wurden im Jahr 2024 pro Gebäude durchschnittlich weniger Wohnungen genehmigt als im Vorjahr.
Regionale Unterschiede
Landesweit kamen auf 10.000 im Land lebende Menschen rechnerisch rund 19 Wohnungen in genehmigten neuen Wohngebäuden, wobei ein Niveauunterschied zwischen den kreisfreien Städten (15,9 Wohnungen) und den Landkreisen (20,3 Wohnungen) besteht. In den kreisfeien Städten ging die Anzahl der neu genehmigten Wohnungen im Vergleich zum Vorjahr um 43,7 Prozent zurück, in den Landkreisen um 10,1 Prozent. Unter den kreisfreien Städten wies Landau mit über 55 Wohnungen den mit Abstand höchsten Wert auf, gefolgt von Speyer mit rund 32 Wohnungen. Den niedrigsten Wert gab es in Pirmasens mit weniger als 5 Wohnungen je 10.000 Einwohnerinnen und Einwohner. Unter den Landkreisen lag der Eifelkreis Bitburg-Prüm mit über 43 Wohnungen an der Spitze, gefolgt vom Kreis Ahrweiler mit gut 42. Die niedrigsten Werte unter den Landkreisen verzeichneten die Kreis Altenkirchen und Südliche Weinstraße mit jeweils rund 11 neuen Wohnungen je 10.000 Personen.
Methodische Hinweise
Die Ergebnisse stammen aus der Statistik der Baugenehmigungen. Die Bauaufsichtsbehörden melden die von ihnen erteilten Baugenehmigungen monatlich an das Statistische Landesamt. In der Statistik können demzufolge nur diejenigen Baugenehmigungen abgebildet werden, die bis zum jeweiligen Schlusstag für die Meldung an die Statistik beim Statistischen Landesamt eingegangen sind und plausible Angaben beinhalten. Abgelehnte Anträge auf Baugenehmigung fließen nicht in die Statistik ein.
Die vorliegende Pressemitteilung hat ausschließlich die erteilten Baugenehmigungen für den Neubau von Wohngebäuden zum Gegenstand. Die erteilten Baugenehmigungen für Baumaßnahmen an bestehenden Wohngebäuden sowie die erteilten Baugenehmigungen für Nichtwohngebäude werden nicht dargestellt.
Autor: Daniel Friesenhahn (Referat Steuern, Verwaltungsstatistiken)