Gegenüber 2014 ist die Gesamtzahl der Auszubildenden um knapp ein Siebtel geschrumpft (minus 15 Prozent). Das ist im Wesentlichen auf die demografische Entwicklung zurückzuführen: Die Zahl der 16- bis unter 25-Jährigen in der rheinland-pfälzischen Bevölkerung sank zwischen 2014 und 2023 um etwa elf Prozent. Daneben konkurrieren akademische Bildungsangebote und schulische Berufsausbildungen, z. B. zur Erzieherin bzw. zum Erzieher, mit den dualen Berufsausbildungen. Im Sommersemester 2024 waren rund 106.000 Studierende an einer rheinland-pfälzischen Hochschule eingeschrieben. Darüber hinaus besuchten knapp 27.700 Personen einen grundständigen berufsqualifizierenden Bildungsgang an einer Berufsfachschule, Fachschule oder Schule des Gesundheitswesens.
Girls' Day & Boys' Day: Unterschiede in der Berufswahl
Bei der Berufs- und Ausbildungswahl bestehen nach wie vor auffällige Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Das belegen Zahlen, die das Statistische Landesamt Rheinland-Pfalz im Vorfeld des Girls' bzw. Boys' Days veröffentlicht, der am 3. April 2025 als Zukunfts- und Aktionstag stattfindet.
Die Wahl der beruflichen Ausbildung erfolgt häufig nach traditionellen Mustern und Rollenbildern. Während der Frauenanteil der Auszubildenden in den freien Berufen mit 91 Prozent besonders hoch ausfiel, dominierten Männer im Handwerk mit einer „Quote“ von rund 83 Prozent.
Zu den beliebtesten Ausbildungsberufen gehören bei Frauen insbesondere soziale und gesundheitsbezogene Berufe wie die Ausbildungen zur Erzieherin (5.200), Pflegefachfrau (4.900) und Sozialassistenz (2.300). Von den jungen Männern wurden eher technische und handwerkliche Berufe wie der Kraftfahrzeugmechatroniker für Personenkraftwagentechnik (2.900), der Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs-, und Klimatechnik (2.400) und der Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik (2.300) gewählt. Doch auch pflegerische Berufe werden für Männer zunehmend attraktiv: Die Qualifikation zum Pflegefachmann (1.500) rangiert inzwischen auf Platz sieben der am häufigsten von Männern belegten Berufsausbildungen.
Methodische Hinweise
Die für die Berufsausbildung zuständigen Stellen (Kammern, ADD) liefern einmal jährlich Zahlen zu Ausbildungsverhältnissen an das Statistische Landesamt. Bei den für das Jahr 2024 nachgewiesenen Daten handelt es sich bislang noch um vorläufige Zahlen. Endgültige Ergebnisse stehen voraussichtlich zum Ende des zweiten Quartals zur Verfügung. Aus Gründen der Geheimhaltung werden Daten der Berufsbildungsstatistik auf ein Vielfaches von drei gerundet.
Die nach Berufen differenzierten Daten und die Ergebnisse zu Teilnehmenden an schulischen Berufsqualifikationen wurden aus der Statistik der berufsbildenden Schulen und der Statistik der Schulen des Gesundheitswesens gewonnen. Die ergänzenden Daten stammen aus der Studierendenstatistik sowie der Bevölkerungsstatistik. Die Daten der laufenden Bevölkerungsfortschreibung basieren bis 2021 auf dem Zensus 2011 und ab 2022 auf dem Zensus 2022.
Autor: Dr. Marco Schröder (Referat Bildung)