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Weniger Kühl- und Produktionswasser, mehr Trinkwasser

Wasser ist ein unverzichtbares Gut – es ist Lebensmittel und Produktionsfaktor zugleich. Wie das Statistische Landesamt Rheinland-Pfalz aus Anlass des Weltwassertages am 22. März dazu mitteilt, verbrauchte 2022 jede Einwohnerin und jeder Einwohner im Land durchschnittlich 129 Liter Trinkwasser am Tag.

Die Wassergewinnung lag in Rheinland-Pfalz 2022 bei insgesamt 1.834 Millionen Kubikmeter. Die öffentlichen Wasserversorger gewannen insgesamt rund 259 Millionen Kubikmeter Trinkwasser. Weitaus mehr Wasser benötigte das Produzierende Gewerbe mit rund 1.305 Millionen Kubikmeter, in der Energiewirtschaft waren es im Jahr 2022 knapp 214 Millionen Kubikmeter. Darüber hinaus gewannen die Land- und Forstwirtschaft und die Dienstleistungsbereiche rund 32 bzw. knapp 25 Millionen Kubikmeter Wasser. 

Wasser lässt sich sparen, jedoch nicht ersetzen. 2007 belief sich der Wasserbedarf in Rheinland-Pfalz noch auf rund 2.233 Millionen Kubikmeter. Die Wassergewinnung des Produzierenden Gewerbes ging bis 2022 von 1.584 Millionen Kubikmeter um 18 Prozent, die Wassergewinnung der Energiewirtschaft von 371 Millionen Kubikmeter um 42 Prozent zurück. Die Trinkwassergewinnung stieg jedoch um 3,5 Prozent an: von 250 Millionen Kubikmeter im Jahr 2007 auf 259 Millionen Kubikmeter im Jahr 2022. Nach einem Rückgang der Trinkwassergewinnung im Jahr 2010 auf 247 Millionen Kubikmeter und einem weiteren Rückgang im Jahr 2013 auf 245 Millionen Kubikmeter nahm die Trinkwassergewinnung stetig zu. Der Mehrbedarf dürfte zum einen mit dem Bevölkerungswachstum zusammenhängen. Zum anderen zog der individuelle Wasserbedarf an, der 2007 noch bei 118 Liter pro Kopf und Tag lag. Vermutlich lassen die tendenziell trockeneren und wärmeren Sommer die Nachfrage steigen.

Das Trinkwasser stammte 2022 zu 82 Prozent aus Grund- und Quellwasser. Das Produzierende Gewerbe und die Energiewirtschaft gewannen fast ausschließlich Flusswasser. Wasser wird dort zur Kühlung von Stromerzeugungs- und Produktionsanlagen sowie auf vielfältige Weise in der Produktion verwendet, das – wie bei der Getränke- und Lebensmittelherstellung – auch in das Produkt eingehen kann. Der Dienstleistungsbereich deckte seinen Wasserbedarf zu jeweils einem Drittel aus Fluss- und Grundwasser. Die Land- und Forstwirtschaft bezog zur Wasserbedarfsdeckung ein Drittel Grundwasser und zwei Drittel Flusswasser. Die Landwirtschaft setzte das Wasser insbesondere für die Beregnung ein.

Methodische Hinweise

Die Daten stammen aus der Erhebung der öffentlichen Wasserversorgung und der Erhebung der nichtöffentlichen Wasserversorgung und der nichtöffentlichen Abwasserentsorgung. Die Erhebungen werden alle drei Jahre durchgeführt und stellen grundlegende Informationen zum Stand und zur Entwicklung der öffentlichen und nichtöffentlichen Wasserversorgung für wasserwirtschaftliche Analysen und Planungen bereit. Die Erhebung zur öffentlichen Wasserversorgung richtet sich an Anstalten und Körperschaften des öffentlichen Rechts sowie Unternehmen und anderen Einrichtungen, die Anlagen für die öffentliche Wasserversorgung betreiben. Sie dient dem regelmäßigen Überblick über die Wasserversorgung und den Gewässerschutz. Die Erhebung der nichtöffentlichen Wasserversorgung und der nichtöffentlichen Abwasserentsorgung befragt Betriebe des nichtöffentlichen Bereichs, die 2.000 Kubikmeter Wasser gewinnen, 2.000 Kubikmeter Wasser/Abwasser in ein Gewässer einleiten oder aus Fremdbezug mindestens 10.000 Kubikmeter jährlich beziehen. Die Erhebung ermöglicht eine umfassende Darstellung der nichtöffentlichen Wasser- und Abwasserwirtschaft als politische Entscheidungshilfe für Maßnahmen zum Umwelt- und insbesondere zum Gewässerschutz.

Autorin: Tina Lortz-Schremb (Referat Landwirtschaft, Weinbau, Umwelt, Energie)

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